Eine Pflanze und zwei Perspektiven

Georg Janthur und Michael Klette hatten eine Abmachung für Ihre Ausstellung: Jeder von ihnen sollte zur gleichen Pflanzenart in der gleichen Bildgröße ein Werk fertigen. Weitere Vorgaben hatten sich der Solinger Klette und der Wuppertaler Janthur nicht gesetzt. Herausgekommen ist nach fast einjähriger Vorbereitungszeit eine Ausstellung, die die unterschiedlichen Herangehensweisen, Perspektiven und Materialien der Künstler illustriert, die beiden Künstlern gleichberechtigt Raum gibt, die zeigt, wie sich ganz unterschiedliche Werke ergänzen und befruchten - und wie aus Kontrasten eine Einheit wird. Morgen wird "Secret Garden" um 15 Uhr mit einer Vernissage in der Galerie SK in den Güterhallen eröffnet.

"Wir haben uns vor rund 20 Jahre kennengelernt und schon damals in einer gemeinsamen Ausstellung festgestellt, dass wir vollkommen unterschiedlich arbeiten", erzählt Michael Klette. Er selbst hat die Motive für die Ausstellung, Pflanzen mit Namen wie Cornus klarus, Magnolia profolica oder iris azulica, fotografiert und nach dieser Vorlage in Acryl gemalt. Der fotografische Blick, die Regentropfen auf der linse, das Blitzlicht auf den Blütenblättern der Lilie bei Nacht sind deutlich eingeflossen. Jedes Bild, sagt Georg Janthur über das Werk des Freundes, hat zwei Ebenen: "Die vordere Ebene ist eine Glasscheibe mit Wassertropfen, das Objekt Pflanze liegt dahinter." Doch auch Janthurs Bilder in der Ausstellung haben zwei Ebenen: Im Vordergrund die Pflanze, im Hintergrund Landschaft, Felder, Weite, Bäume, Horizont. Grundlage seiner Werken Öl sind Skizzen, die an ganz unterschiedlichen Orten entstanden sind, im Botanischen Garten in Düsseldorf ebenso wie auf der griechischen Insel Korfu - und die er im "Sekret Garden", im geheimen Garten, zu ganz neuen Pflanzen und ganz neuen Formen kombiniert. " Der Reiz von Pflanzen und Natur ist natürlich, dass es alles an Formen und Farben gibt. Das regt die Fantasie an", so Janthur.

Natürlich, sagt Michael Klette, wüssten sie nach 20 Jahren Freundschaft, wie der jeweils andere arbeite. " Ein Stück weit haben mich die Bilder von Georg dann aber doch überrascht, vor allem in ihrer Farbigkeit. Ich habe eher kalte Töne genommen, er eher warme." Die Hängung der Bilder als Diptychon unterstreicht diese Kontraste - aber auch die Ähnlichkeit. Die insgesamt 50 Exponate - darunter auch eine Reihe Holzskulpturen von Georg Janthur, die ebenfalls Pflanzenformen nachempfunden sind - sind bis zum 18. Januar in der Galerie SK, Alexander-Coppel-Str. 44, zu besichtigen.


zurück zur Übersicht